Andachten während der Coronazeit

Andacht für den Sonntag Lätare .

Vierter Sonntag der Passionszeit –
Lätare (= „Freuet euch“)
Im Namen Gottes Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen
Lätare – das ist ein kleines Osterfest in der Passionszeit. In den Texten
dieses Sonntags ist schon deutlich die Hoffnung auf das neue Leben angelegt,
die Ostern zur Vollendung gelangt. Dazu passt das Bild vom Weizenkorn,
das in die Erde fallen und sterben muss, um neues Leben hervorzubringen:
SPRUCH DER WOCHE
Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein;
Wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht
(Joh 1224)
LIED ZUM EINGANG „DU HÖCHSTES LICHT, DU EWGER SCHEIN“ EG 441
1. Du höchstes Licht, du ewger Schein, / du Gott und treuer Herre mein,
von dir der Gnaden Glanz ausgeht / und leuchtet schön so früh wie spät.
2. Das ist der Herre Jesus Christ, / der ja die göttlich Wahrheit ist,
mit seiner Lehr hell scheint und leucht', / bis er die Herzen zu sich zeucht.
3. Er ist das Licht der ganzen Welt, / das jedem klar vor Augen stellt
den hellen, schönen, lichten Tag, / an dem er selig werden mag.
AUS PSALM 84
Wie lieb sind mir deine Wohnungen, Herr Zebaoth!
Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des Herrn;
mein Leib und Seele freuen sich
in dem lebendigen Gott.
Der Vogel hat ein Haus gefunden
und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen -
deine Altäre, Herr Zebaoth,
mein König und mein Gott.
Wohl denen, die in deinem Hause wohnen;
die loben dich immerdar.
Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten
und von Herzen dir nachwandeln!
Wenn sie durchs dürre Tal ziehen, wird es ihnen zum Quellgrund,
und Frühregen hüllt es in Segen.
Sie gehen von einer Kraft zur andern
und schauen den wahren Gott in Zion.
Herr, Gott Zebaoth, höre mein Gebet;
vernimm es, Gott Jakobs!
Gott, unser Schild, schaue doch;
sieh doch an das Antlitz deines Gesalbten!
Denn ein Tag in deinen Vorhöfen
ist besser als sonst tausend.
Ich will lieber die Tür hüten in meines Gottes Hause
als wohnen in der Gottlosen Hütten.
Denn Gott der Herr ist Sonne und Schild; der Herr gibt Gnade und Ehre.
Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen.
Herr Zebaoth, wohl dem Menschen,
der sich auf dich verlässt!
EIN GEBET (VON CHRISTIANE EHRLICH EINGEBRACHT)

Nicht alles ist abgesagt....

  •  Sonne ist nicht abgesagt,
  •  Frühling ist nicht abgesagt,
  •  Beziehungen sind nicht abgesagt,
  •  Liebe ist nicht abgesagt,
  •  Zuwendung ist nicht abgesagt.
  •  Musik ist nicht abgesagt.
  •  Phantasie ist nicht abgesagt.
  •  Freundlichkeit ist nicht abgesagt.
  • Gespräche sind nicht abgesagt.
  •  Hoffnung ist nicht abgesagt.
  •  Beten ist nicht abgesagt....

Amen.
LESUNG AUS DEM BUCH DES PROPHETEN JESAJA KAPITEL 66,10-14
10 Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr
sie liebhabt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen
seid.
11 Denn nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten ihres
Trostes; denn nun dürft ihr reichlich trinken und euch erfreuen an ihrer
vollen Mutterbrust.
12 Denn so spricht der Herr: Siehe, ich breite aus bei ihr den Frieden wie
einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden
Bach. Da werdet ihr saugen, auf dem Arm wird man euch tragen und auf
den Knien euch liebkosen.
13 Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet; ja, ihr sollt an Jerusalem
getröstet werden.
14 Ihr werdet's sehen und euer Herz wird sich freuen, und euer Gebein
soll grünen wie Gras. Dann wird man erkennen die Hand des Herrn an seinen
Knechten und den Zorn an seinen Feinden.
IMPULS
Wenn es ernst wird, hilft (nur) Mama. Mama ist die Beste! Mama weiß immer
Rat. Und wenn alle Worte nicht mehr durchdringen, gibt es ja noch den
Schoß zum Kuscheln.
Offenbar gehört das zu den nicht verhandelbaren Wahrheiten von Kindern
dazu.
Kinder brauchen auch diese Gewissheit, dass im Falle des Falles eine für sie
da ist. Mitunter ist das auch in heutiger auch ein Mann, aber Rollenbilder
und Rollen sind hartnäckig. Auf jeden Fall gilt: Ohne Trost geht es für Kinder
so mal gar nicht! Fehlen solche Erfahrungen in der Kindheit… o je!
Der berühmte Psychoanalytiker Sigmund Freud (1856-1938) war fest davon
überzeugt, dass es Gott nicht gibt. Gott sei ein Wunschprodukt menschlicher
Sehnsüchte und Phantasien. Gott sei, psychologisch gesprochen, ein
erhöhter, überhöhter Vater.
Interessanter Gedanke. Doch Trosterfahrungen, die Menschen damals auch
hatten und brauchten und vermutlich mit Frauen/Müttern in Verbindung
brachten, haben ja gerade nicht zu einem mütterlichen Gott in der Bibel
geführt. In der Bibel überwiegt mit überwältigender Mehrheit die männliche
Anrede für Gott. Müsste man dann nicht eher in der Bibel von Gott als einer
erhöhter, überhöhten Mutter lesen, Sigmund Freud, wenn ihre These stimmen
würde? Dass nämlich Gott tröstet, ist in fast jedem Kapitel des Alten
und Neuen Testamentes zu finden.
Und was heißt das jetzt? So einfach ist die Ableitung Gottes aus menschlichen
Erfahrungen und Sehnsüchten wohl doch nicht. Und: Der Gott der Bibel,
der unumstritten ein Tröster ist, zeigt sehr, sehr weibliche, mütterliche
Züge, allen männlichen Pronomen („Er“) zum Trotz.
Jes 6613, ein seltener Beleg, spricht das direkt aus: „Ich will euch trösten,
wie einen seine Mutter tröstet.“
Und Jerusalem, die gebeutelte und (mehrfach) zerstörte Stadt, hatte Trost
bitter nötig. Diese Stadt hat im Laufe ihrer Geschichte Entsetzliches durchgemacht.
Und doch hat Israel stets den Trost dieses Gottes gesucht. Die schlimmsten
Krisen haben sie mit IHM durchgestanden.
Wenn es ernst wird und Menschen nur bedingt helfen (können), ist Gott da
und auch nötig. Was auch immer uns erwartet und noch kommen mag: Gott
steht das mit uns durch. Er macht das, was sein Job (= sein Wesen) ist:
Trost zu spenden. Tag und Nacht. Im Leben wie im Sterben. Denn er will,
er kann gar nicht anders als zu trösten. Dafür ist er da. Dafür ist er in diese
Welt gekommen. Für uns.
GLAUBE PRAKTISCH
Überlegt euch, wie ihr euch gegenseitig zeigen könnt, dass ihr euch lieb
habt… gerade in Zeiten, in denen wir nur begrenzt miteinander in Kontakt
treten können.
Du wirst merken, dass es guttut, dem Anderen etwas Gutes zu tun – und
selber etwas Gutes zu empfangen.
(ABGEWANDELT NACH: M. KÄßMANN: FÜNF MINUTEN MIT DEM LIEBEN GOTT, 22.
MÄRZ)
ABKÜNDIGUNGEN UND NACHRICHTEN

LIED „JESU, MEINE FREUNDE“ EG 396
1. Jesu, meine Freude, / meines Herzens Weide, / Jesu, meine Zier:
ach, wie lang, ach lange / ist dem Herzen bange / und verlangt nach dir!
Gottes Lamm, mein Bräutigam, / außer dir soll mir auf Erden
nichts sonst Liebers werden.
2. Unter deinem Schirmen / bin ich vor den Stürmen / aller Feinde frei.
Laß den Satan wettern, / laß die Welt erzittern, / mir steht Jesus bei.
Ob es jetzt gleich kracht und blitzt, / ob gleich Sünd und Hölle schrecken,
/ Jesus will mich decken.
3. Trotz dem alten Drachen, / Trotz dem Todesrachen, / Trotz der Furcht
dazu!
Tobe, Welt, und springe; / ich steh hier und singe / in gar sichrer Ruh.
Gottes Macht hält mich in acht, / Erd und Abgrund muß verstummen, / ob
sie noch so brummen.
FÜRBITTEN
Jesu, meine Freude.
Wir singen es.
Allein und mit schwacher Stimme - und sind nicht allein.
Wir singen es.
Getrennt von unseren Freundinnen und Freunden - und sind nicht allein.
HERR, erbarme dich.
Jesu, meine Freude.
Wir singen es bangen Herzens,
in Sorge um die Kranken - und sie sind nicht allein.
Wir singen es bangen Herzens, in Trauer um geliebte Menschen –
und sind nicht allein.
HERR, erbarme dich.
Jesu, meine Freude.
Wir singen es unter deinen Schirmen.
Wir singen es und bitten um Schutz und Schirm für alle
die pflegen, die forschen, die retten.
HERR, erbarme dich.
VATERUNSER…
SEGEN
Der HERR segne dich und behüte dich;
der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;
der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir + Frieden.
Amen.
Bleiben Sie behütet!
Ihr